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Datum
22.06.2021

Rentenerhöhung 2022: Wie hoch wird sie wirklich?

Laut dem Rentenbericht der Bundesregierung ist im Jahr 2022 eine Rentenerhöhung zu erwarten, die aus dem Aussetzen des Nachholfaktors resultiert. Die Bezüge könnten um bis zu 5,6 Prozent steigen, sicher sind die Zahlen jedoch noch nicht.

Rentenerhöhung 2022: Wie hoch wird sie wirklich?
(GettyImages/Marko Geber)

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Rentenniveau ist in Deutschland an die Lohnentwicklung gekoppelt.
  • Renten dürfen trotz sinkendem Lohnniveau in der Coronakrise jedoch nicht abgesenkt werden. Der Nachholfaktor verringert dafür zukünftige Steigerungen.
  • Das Aussetzen des Nachholfaktors könnte die Renten in den nächsten Jahren stark ansteigen lassen.
  • Ein Plus von 4,8 Prozent im Westen und 5,6 Prozent im Osten wird für 2022 prognostiziert.
  • Lohnentwicklung oder Wiedereinführung des Nachholfaktors könnten diese Entwicklung noch ändern.

Warum ändert sich die Rentenanpassungsformel?

Eine Änderung der Rentenanpassungsformel wirkt sich positiv auf die Bezüge von Rentnerinnen und Rentnern aus. 2018 wurde beschlossen, dass der so genannte "Nachholfaktor" aussetzt. Dieser wurde 2007 während der Finanzkrise eingeführt – er verhindert, dass die Rente ansteigt, wenn frühere Lohnrückgänge noch nicht ausgeglichen wurden.

Durch dieses Aussetzen, das bis 2026 von der Großen Koalition beschlossen wurde, können auch sinkende Löhne in der Corona-Pandemie der Rente nichts anhaben. Im Gegenteil: Obwohl die Löhne deutschlandweit um 2,3 Prozent abgenommen haben, ist eine Rentenerhöhung im Jahr 2022 zu erwarten. Der Grund: Erreicht das Einkommen wieder das normale Niveau, wovon ausgegangen wird, so wird dies für die Rente als Erhöhung gewertet.

Aktuelle Planung: Bis zu 5,6 Prozent mehr Rente

In Fachkreisen wird von einem deutlich höheren Rentenniveau als bisher gesprochen, das ab Sommer 2022 in Kraft treten würde. Die aktuellen Zahlen sehen eine Erhöhung um 4,8 Prozent im Westen und 5,6 Prozent im Osten vor, die ab 1. Juli 2022 greifen soll.

Auch in den darauffolgenden Jahren sieht es gut für Menschen im Ruhestand aus: 2023 ist ein voraussichtliches Plus von 3,15 Prozent im Westen und 3,88 Prozent im Osten vorgesehen. Kommt es tatsächlich zu dieser Erhöhung, kostet dies den Staat mehrere Milliarden Euro. Allerdings sind die Zahlen und Voraussagen noch nicht endgültig.

Entwicklung der Rente: Verschiedene Faktoren spielen mit ein

Je nachdem, wie die weitere Lohnentwicklung – auch nach der Coronakrise – aussieht, können dies die Rentensteigerungen noch beeinflussen. Ebenso spielt die Entwicklung der Wirtschaft mit ein. Fest einplanen können Rentnerinnen und Rentnern die Erhöhungen also noch nicht.

Außerdem könnte die Wiedereinführung des Nachholfaktors die Planungen bremsen, sollte dieser nach der Wahl 2021 wieder aktiviert werden

In puncto Rentenerhöhung können Betroffene demzufolge nur abwarten. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr ist eine endgültige Prognose für die Rentenzahlung 2022 und eine Einschätzung bezüglich der Folgejahre möglich.

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